18.08.2026
Wie viel Kredit kann ich mir leisten? So berechnen Sie Ihren finanziellen Spielraum
Bevor man sich auf die Suche nach dem passenden Kredit macht, stellt sich eine zentrale Frage: Wie hoch darf die monatliche Rate überhaupt sein, ohne dass es finanziell eng wird? Wer diese Frage realistisch beantwortet, hat bei der Kreditvergabe bessere Karten – und vermeidet spätere Zahlungsschwierigkeiten. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie Ihren Kreditspielraum selbst grob einschätzen können und worauf Banken bei der Berechnung tatsächlich achten.
Der erste Schritt: Die eigene Haushaltsrechnung
Banken berechnen die maximale Kreditrate nicht willkürlich, sondern anhand einer sogenannten Haushaltsrechnung. Dabei wird das monatliche Nettoeinkommen den laufenden Fixkosten gegenübergestellt:
- Miete oder bestehende Kreditraten
- Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Kleidung, etc.)
- Versicherungen und Abonnements
- Unterhaltszahlungen
- Bestehende Leasingraten oder Finanzierungen
Was nach Abzug dieser Fixkosten übrig bleibt, bildet die Grundlage für die maximal mögliche Kreditrate.
Die Faustregel: Wie viel Rate ist realistisch?
Als grobe Orientierung gilt: Die monatliche Kreditrate sollte einen bestimmten Anteil des verfügbaren Nettoeinkommens nicht überschreiten – üblich sind hier häufig genannte Richtwerte zwischen 30 und 40 Prozent des frei verfügbaren Einkommens nach Abzug aller Fixkosten. Diese Grenze variiert allerdings je nach Bank, Lebenssituation und individueller Risikobewertung.
Wichtig dabei: Es geht nicht um 30–40 % des Bruttoeinkommens, sondern um einen Anteil dessen, was nach allen laufenden Verpflichtungen tatsächlich frei verfügbar ist.
Welche Faktoren die maximale Kreditsumme zusätzlich beeinflussen
Neben der monatlichen Rate spielen weitere Faktoren eine Rolle, wie viel Kredit tatsächlich leistbar und bewilligungsfähig ist:
- Kreditlaufzeit: Eine längere Laufzeit senkt die monatliche Rate, erhöht aber die Gesamtkosten durch mehr Zinszahlungen.
- Bestehende Verpflichtungen: Jeder laufende Kredit, jede Leasingrate und auch Kreditkarten-Rahmen werden bei der Berechnung berücksichtigt.
- Anzahl der Haushaltsmitglieder: Unterhaltspflichten und die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen wirken sich auf den berechneten Lebenshaltungskostenanteil aus.
- Art des Einkommens: Ein unbefristetes Dienstverhältnis wird meist günstiger bewertet als befristete oder schwankende Einkünfte.
- Bonität: Ein sauberer KSV-Auszug und ein unauffälliges Kontoverhalten wirken sich direkt auf die maximale Kreditsumme aus.
Eigene Berechnung: So gehen Sie vor
- Nettoeinkommen ermitteln – bei mehreren Einkommensquellen alle relevanten, regelmäßigen Einkünfte zusammenrechnen
- Alle Fixkosten auflisten – möglichst vollständig, auch kleinere wiederkehrende Ausgaben nicht vergessen
- Differenz berechnen – das frei verfügbare Einkommen ergibt sich aus Nettoeinkommen minus Fixkosten
- Realistischen Ratenanteil festlegen – dabei bewusst einen finanziellen Puffer für Unvorhergesehenes einplanen
- Wunschlaufzeit einbeziehen – je nach gewünschter Rate ergibt sich daraus die realistische Kreditsumme
Warum die eigene Einschätzung von der Bankberechnung abweichen kann
Nicht selten kommt es vor, dass die eigene Kalkulation deutlich optimistischer ausfällt als jene der Bank – oder umgekehrt. Banken rechnen häufig konservativer, berücksichtigen Pauschalbeträge für Lebenshaltungskosten und bewerten manche Einkommensarten strenger. Deshalb kann es sich lohnen, die eigene Situation von mehreren Anbietern einschätzen zu lassen, statt sich nur auf eine einzige Berechnung zu verlassen.
Fazit
Die realistische Einschätzung der eigenen Kreditfähigkeit ist der wichtigste Schritt vor jedem Kreditantrag. Wer die eigene Haushaltsrechnung kennt und einen finanziellen Puffer einplant, vermeidet nicht nur Ablehnungen, sondern auch eine Überschuldung durch eine zu hoch angesetzte Rate.
Sie möchten wissen, welcher Kreditbetrag für Ihre Situation realistisch ist? Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche, persönliche Einschätzung.
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